Freitag, Januar 10th, 2014

Danach – Koethi Zan

Danach – Koethi Zan

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Die Autorin erzählt in ihrem Debütroman vorrangig die Geschichte von drei jungen Frauen die ein schreckliches Schicksalt teilen: Sie wurden 3 Jahre von einem Psychopathen namens Jack Derber in einem Kellerverlies gefangen gehalten & gefoltert. 10 Jahre sind seitdem vergangen und Sarah, Tracey und Christine müssen damit rechnen, dass ihr Peiniger auf Bewährung frei kommt. Tief tramatisiert haben sich die drei Frauen ohne Kontakt zueinander zu haben in den Jahren nach der Gefangenschaft neue Existenzen aufgebaut.

Ich schwieg, weil ich aus Erfahrung wusste, dass einem nichts, was andere sagen, über die Trauer hinweghilft. Man muss einfach stillhalten und zulassen, dass der Schmerz immer wieder wie eine Welle über einen hinwegspült, bis die Brandung irgendwann ganz langsam und stufenweise abflaut.

Der Fokus liegt in diesem Thriller auf Sarah Faber die immernoch um ihre beste Freundin Jennifer trauert die ebenfalls mit festgehalten wurde. Jennifer wurde aber von Jack Derber umgebracht. Noch immer macht sich Sarah große Vorwürfe, dass sie ihre Freundin nicht retten konnte und der Psychopath die beiden trennen konnte. Seit ihrer Kindheit verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft.

Um die Freilassung von Jack Derber zu verhindern müssen sich die drei Frauen zusammen schließen und all ihren Ängsten stellen.

Ich erkannte die leeren Mienen wieder, die nach innen gewandten Gesichter, die an einem kleinen, sicheren Ort Zuflucht suchten. Dem einzigen Ort tief in ihrem Inneren, den niemand berühren konnte, den selbst die körperlichen Schmerzen nicht erreichten. Ich kannte diesen Ort gut. Ich lebte dort seit dreizehn Jahren.

Mir gefällt der Schreibstil sehr gut. Die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin. Sicher, die Geschichte ist nicht sehr real – meiner Meinung nach aber gut umgesetzt.

 Oder war es nur eine Illusion, dass Menschen jemals über erlittenes Unrecht hinwegkommen? War es in Wirklichkeit vielleicht so, dass der Schmerz nie weniger wurde, dass immer mehr Kummer und Leid auf dieser Welt zusammenkamen, jetzt, in dieser Minute, in Millionen von Herzen, in Körpern, die schwer an der Last des Lebens trugen, in Gesichtern, die ab und zu durch ihre Tränen hindruch zu lächeln versuchten, wenn sie für einen flüchtigen Moment vergaßen, was ihnen passiert war? Vielleicht nannte man das -leben-.

Julia

Donnerstag, November 14th, 2013

Migräne ist ein doofer Kopfmann & Migräne ist ein bisschen Psycho

Migräne ist ein doofer Kopfmann (I) & Migräne ist ein bisschen Psycho (II) – Kirsten Wendt

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In einer wunderbaren Gruppe bei Facebook wurde meine Aufmerksamkeit auf die beiden Büchlein der Autorin Kirsten Wendt gelenkt. Frau Wendt und ich teilen das gleiche Schicksal: wir beide leiden an Migräne.
Fragt ihr euch jetzt wie man über Kopfschmerzen Bücher schreiben kann? Man kann: denn Migräne ist, wie irrtümlich von vielen gedacht, kein normaler Kopfschmerz. Das Krankheitsbild ist komplex und daher kann ich es hier in der Kürze nicht näher beschreiben. Nur soviel sei gesagt: Mit immer wiederkehrenden starken, nervenden und nie enden wollenden Schmerzen zu leben ist nicht leicht. Ich habe auch oft an meinem Leben gezweifelt: Was mache ich falsch, was muss ich ändern etc. Frau Wendt hat vollkommen Recht: Migräne ist ein bisschen Psycho!

Wer nicht richtig mitmacht, ist selbst schuld – das weiß jeder Migräniker!

Die Protagonistin Kalinka Nauer muss sich in Teil 1 mit Vorurteilen, Heilpraktikern, Quaksalbern und jeder Menge Schmerzen quälen. In der Fortsetzung wird sie 6 Wochen Psycho-Reha bewältigen, obwohl ihr eigentliches Ziel eine Schmerzklinik war.

Mir gefällt die Art des Schreibens von Kirsten Wendt sehr. Die Autorin schreibt flüssig und verständlich und beide Bücher sind randvoll mit Galgenhumor – wunderbar! :)

 

Julia

Freitag, September 6th, 2013

Lesen verbindet – Moleskine-Special (Kossis Welt)

Lesen verbindet

Ich hatte das Glück, den kleinen Mole von Kossi diese Woche in Sachsen zu empfangen.

Ihr wisst nicht wovon ich spreche? Dann einmal HIER ENTLANG!

Den Artikel zum kleinen Kulturtrip von Mole findet ihr bei Kossi auf dem Blog: KLICK!

 

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Julia

 

Mittwoch, August 7th, 2013

Das große Los – Meike Winnemuth

Das große Los – Meike Winnemuth

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Meike Winnemuth gewinnt im Herbst 2010 bei Wer wird Millionär 500.00 Euro und fasst einen Entschluss: Sie möchte die Welt bereisen. Mit dieser nun wortwörtlich gewonnenen finanziellen Sicherheit im Rücken, plant sie eine 12-monatige Reise in der sie in 12 verschiedenen Städten jeweils einen Monat verweilen wird. Meike besuchte folgende Städte: Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba und Havanna.

Die Autorin schreibt kurzweilig und sehr amüsant. Jede Stadt wird in Briefform dargestellt. Entweder schreibt sie an ein Familienmitglied, an einen Freund/ eine Freundin oder an sich selbst. Gerade der Brief an das “junge Ich” aus Kopenhagen hat mir sehr gut gefallen. Mit Kopenhagen verbindet Meike Winnemuth viel – und dies wird in ihren Zeilen auch sehr deutlich.

Der Weg entsteht beim Gehen.

Ich bin mit Meike einmal um die Welt gereist und habe so manch merkwürdige oder auch liebevolle Eigenart der 12 bereisten Städte kennengelernt. Die 1960 geborene Autorin ist mir sehr sympatisch. Sie ist ein äußerst unkomplizierter, intelligenter und positiver Mensch.

Man kann es schaffen, einen ganzen Tag lang nichts anderes als Eis zu essen. Und das Beste daran: Niemand kann mir da reinquatschen.

Dieses Buch hat mir sehr viel Freude bereitet und die Sehnsucht nach fremden Ländern geweckt.
Die Umschlag, sowie die Covergestaltung sind wirklich toll: schwarz-weiße Bilder aus allen Städten befinden sich im laufenden Text und zahlreiche bunte Fotos mit Untertiteln in der Mitte dieses außergewöhnlichen Reiseberichtes.

Hat mich die Reise also verändert? Ich glaube nicht. Sie hat nur das aus mir herausgeholt, was immer schon da war. Nicht ich habe die Riese gemacht, die Reise hat mich gemacht.

Während Ihrer Reise hat Meike Winnemuth eine Art Reisetagebuch online geführt. Ihr Blog Vor mir die Welt wurde 2012 für den Grimme Preis in der Rubrik Kultur und Unterhaltung nominiert. http://www.vormirdiewelt.de 

Freitag, August 2nd, 2013

Warte auf mich – Philipp Andersen, Miriam Bach

Warte auf mich – Philipp Andersen, Miriam Bach

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Zwei Autoren lernen sich auf einem Verlagsjubiläum kennen und stürzen sich Hals über Kopf in eine Liebesgeschichte die nicht sein darf, denn Philipp ist verheiratet. Miriam wird also (s)eine Geliebte und wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher wie die einzige Frau an Philipps Seite zu sein. Gemeinsame heimliche Treffen in verschiedenen Städten Deutschland werden liebevoll Himmelfahrten genannt, denn beide verbindet so viel: beispielsweise die Liebe zum Beruf.

Sie war ich, und ich war sie, und keiner von uns wusste, wo der eine anfing und der andere aufhörte.

Das was so harmlos mit zwei ineinander verschlungenen Händen begann, geht immer tiefer. Es entsteht Liebe und somit immer mehr Schmerz. Philipp wird sich nicht von seiner Frau trennen. Dies steht für ihn von Anfang an fest.

Ich kann dir das nicht geben, was du dir wünschst, nicht mal ansatzweise. Mit mir kann es keine Zukunft geben. Keine Pläne, keine Träume- nur den Augenblick. Das ist alles, was du von mir haben kannst.

Warte auf mich erzählt die Geschichte von zwei Seelen die sich durch Zufall fanden und einige Zeit festhielten. Es ist das ideale Buch für laue Sommernächte in denen ein  Seufzer und ein leises Schmachten erlaubt ist.
Der Roman ist wunderbar geschrieben und durch die abwechselnde Sichtweise beider Protagonisten sehr kurzweilig. Ich habe mit Miriam gelitten und mich aber auch gefreut als beide zusammen Zeit verbrachten.
Die für mich zentrale Frage in diesem Roman lautet: Lohnt es sich zu warten? Sind die eigenen hintenangestellten Wünsche einen kurzen Augenblick des Glückes wert? Beantworten würde ich die Frage mit JA, sind sie!

Es war Sommer in ihr. Kein April und kein November, sondern ein frischer, freundlicher Junitag, wie es sich für das Datum gehörte. Noch nie, kein einziges Mal zuvor, hatte ich das bei ihr erlebt. Dass die Jahreszeit und der Monat in ihr übereinstimmten.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Es war nicht viel, was sie mir schrieb, nur drei Zeilen, ohne Anrede oder Gruß, mit blauer Tinte auf weißem Papier: Du warst mein schönstes Wort; mein bester Satz; mein größter Roman. À jamais et pour toujours.

Julia

Montag, Juli 22nd, 2013

Scientology – Jenna Miscavige Hill

Scientology und meine dramatische Flucht – Jenna Miscavige Hill
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Ich bin eine kleine Ewigkeit um dieses Buch geschlichen und habe es mir schlussendlich gekauft. Dieser Tatsachenbericht umfasst 479 Seiten und ist vollgepackt mit Informationen rund um die Sekte Scientology. Die Ereignisse und Geschehnisse welche Jenna Hill in ihrem Buch beschreibt, beziehen sich auf die Scientology Kirche in Amerika und nicht auf Scientology in Deutschland.

Jenna wird in eine Familie hineingeboren, die voll und ganz hinter Scientology steht. Ihre Eltern sind hochrangige Persönlichkeiten in der Kirche und ihr Onkel David Miscavige wird schließlich der Nachfolger des Scientology Gründers L. Ron Hubbard.
Die Protagonistin schildert ihre Kindheit und Jugend, welche sie meist getrennt von ihren Eltern an unterschiedlichen Orten erlebte. Körperlich schwere Arbeit, unendlich viele scientologische Sitzungen, Kurse, Anhörungen und Putzdienste prägten das Leben von Jenna.

Ich war Teil etwas Größerem, das sich in die Vergangenheit und in die Zukunft erstreckte; etwas, dass unmöglich schien und doch irgendwie glaubhaft.

Scientology ist so komplex, dass ich es nicht in wenige Worte fassen kann und möchte. Das Buch lässt mich fassungslos zurück. Ich bin erschrocken über die Zustände in dieser “Religion” (so wird Scientology von deren Anhängern angesehen) und über die Machenschaften der hochrangigen Mitlieder. Gehirnwäsche, Geldgier  & Kontrolle sind meiner Meinung nach die drei Wörter, die Scientology am Besten beschreiben.

“Vor dem Anfang war die Ursache, und das einzige Ziel der Ursache war die Erschaffung der Wirkung” Mit so einer gewundenen Sprache war ich mittlerweile nur allzu vertraut.

Die Anhänger der Lehren von L. R. Hubbard stellen ihr Leben in den Dienst der Kirche. Dabei wird ihnen unter gewissen Umständen untersagt Kinder zu bekommen und Liebschaften sind auch nur unter gleichrangigen Personen gestattet. Familien werden auseinander gerissen und an unterschiedlichen Orten stationiert.

Scientology-Anhänger versuchen die Welt zu ändern, zu verbessern und ihren Glauben zu verbreiten – mit allen erdenklichen Mitteln. Die Kirche in Amerika hat eine extrem große Macht. Ich ziehe meinen Hut vor Jenna! Sie hat mit ihrem Mann einen extrem mutigen Schritt gewagt und sich aus den Zwängen der Sekte befreit. Die junge Frau engagiert sich weiterhin und bietet Beratung sowie Hilfe für Aussteiger an. Das Ehepaar wagte den Schritt in die “wirkliche Welt” und lebt nun mit zwei Kindern ohne die Ketten von Scientology.

Julia

Montag, Juli 15th, 2013

Never Knowing – Chevy Stevens

Never Knowing, endlose Angst – Chevy Stevens

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“Endlose Angst” ist mein zweiter Roman der jungen Autorin. Leider hat mich die Geschichte über Sara und ihren kriminellen Vater nicht ganz so überzeugt wie “Still Missing”. Die Idee des Buches finde ich dennoch brillant: Die adoptiere Sara, welche mit ihrem Verlobten und der kleinen Tochter Ally zusammenlebt, ist auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern und findet erst ihre Mutter Julia. Sie verweigert jedoch jeglichen Kontakt. Kurz darauf kommt ans Licht, dass Saras leiblicher Vater John ein gesuchter Serienmörder ist. Als die Protagonistin schließlich mit ihrem Vater in Kontakt steht und mit der örtlichen Polizei kooperieren soll , beginnt die Zeit der Angst für die junge Familie. Präsent ist die Frage, ob Sara vielleicht mehr geerbt hat wie sie sich zugestehen will?

Ich habe neun Monate im Bauch einer Frau verbracht, die permanent Angst hatte. Ihr Grauen ist in mein Blut eingeströmt, in meine Zellen. Ich bin in Angst geboren worden.

Stevens Art zu schreiben gefällt mir gut. Toll finde ich auch, dass jedes Kapital mit einer Therapiestunde bei Saras Psychotherapeutin beginnt und aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Gestört hat mich ein viel zu lang dauerndes hin und her: Sara ändert ständig ihre Meinung. Dies führt, meiner Meinung nach, zu einem unnötig langen Mittelteil. Das Ende war sehr spannend, wenn auch etwas vorhersehbar.

Als ich Ihnen am Anfang erzählte, ich hätte meine Mutter gefunden, sagte ich, es fühle sich an, als stünde ich auf kackendem Eis. Jetzt fühlt es sich an, als sei ich eingebrochen und direkt ins eiskalte Wasser gestürzt. Ich kämpfe mich zurück an die Oberfläche, meine Lungen brennen, alles in mir konzentriert sich auf diesen Lichtfleck über mir. Ich schaffe es tatsächlich, ihn zu erreichen, aber das Loch ist bereits wieder zugefroren.

Freitag, Juni 21st, 2013

Julie weiß, wo die Liebe wohnt – Gilles Legardinier

Julie weiß, wo die Liebe wohnt – Gilles Legardinier

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Lieber Herr Legardinier,

ich Danke Ihnen von Herzen für diesen Roman! Jedoch bin ich bereits nach den ersten Zeilen stutzig geworden. Haben Sie mich beobachtet? Ist mein Leben die Vorlage für Ihre Geschichte? Ich gebe zu: Aktuell gibt es keinen umwerfenden Unbekannten in meinem Leben bzw. in meiner näheren Nachbarschaft, aber Julies Verhalten ähnelt meinem sehr. Auch der Name der Protagonistin kann doch kein Zufall sein, oder?

Die Geschichte der jungen Französin liest sich kurzweilig. Dieses Buch besticht voll und ganz durch seinen Charme. Ich habe buchstäblich die Brote von Madame Bergerots Bäckerei riechen können, und die Freundlichkeit von Julies Freund Xavier gespürt. Und ja, auch habe ich in die Augen von Ric geblickt (zumindest habe ich es mir eingebildet).

Ric & Julies Liebeswirrwarr ist sicherlich nur leicht angehaucht von der Realität, aber äußerst amüsant. Eine Portion Kitsch und eine große Brise Verrücktheit machen diesen Roman zu einem Lesevergnügen. Gut haben mir die kurzen Kapitel gefallen. Ihr Schreibstil ist detailreich, verständlich und läd unermüdlich zum Weiterlesen ein.

Ich schließe mit Ihren Worten:

Wenn Frauen sich verlieben, verlieren sie nicht nur ihr Herz, sondern immer auch ein klein wenig den Verstand.

Herr Legardinier, ich habe mich köstlich amüsiert! Für eine Fortsetzung hätte ich bereits ein paar Ideen. Oder nein … halten Sie einfach Ihre Augen weiter offen :)

Freundliche Grüße,

Julia

Das wahre Wunder, das ist nicht das Leben. Das Leben gibt es überall, es wimmelt nur so davon. Das wahre Wunder,  Julie,  das ist die Liebe.

Ich hatte nicht auf ihn gewartet, ich war nicht auf der Suche nach einem Flirt und dachte nicht mal an eine wie auch immer geartete Beziehung. Seinetwegen ist etwas in mir passiert. Dieses Etwas überfordert mich, hält mich gefangen, macht mich glücklich,  kann mich aber auch zugrunde richten.

Vielen Dank liebe  Bibliophilin, dass ich diese Gastrezension schreiben durfte.

Freitag, Juni 21st, 2013

Dienstagsgedanken

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Gewinnen wir
wenn wir etwas verlieren?

 

Donnerstag, Juni 13th, 2013

Klaras Haus – Sabine Kornbichler

Klaras Haus – Sabine Kornbichler

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Klara Wilander besitzt ein Haus auf der Nordseeinsel Pellworm. Dieses vererbt sie nach ihrem Tod den Nichten und Neffen ihres ebenfalls verstorbenen Ehemannes Ferdinand.  Das Häuschen soll als Zufluchtsort genutzt werden. Ein Ort für Menschen, die nicht weiterwissen und eine Auszeit benötigen.

Als Nina von der Affäre ihres Mannes mit der besten Freundin Sabine erfährt, flüchtet sie nach Pellworm. Sabine ist außerdem noch schwanger. Nina Tilden sackt der Boden unter ihren Füßen weg. Aufgefangen wird sie von Hanni der Haushälterin in Klaras Haus. Hanni Jensen ist ein Original – ehrlich, flink und mit großer Hilfsbereitschaft nimmt sie sich Nina an und umsorgt die junge Frau.

Einige Zeit nach Ninas Ankuft flüchtet sich auch Charlotte Munzinger, die Frau von Ninas Cousin  an die Nordsee. Bei sich trägt sie eine Urne und ein großes Geheimnis.

Beide Frauen können sich eigentlich nicht ausstehen, denn Vorurteile und oberflächliches Denken prägte den gegenseitigen Eindruck in der Vergangenheit.

Mit der Zeit nähern sich beide Frauen an. Nach und nach erzählen sie sich ihre Geschichten und was sie in Klaras Haus geführt hat.

Sabine Kornbichler hat ein Buch voller Wärme geschrieben. An einigen Stelle hatte ich das Gefühl, dass es mich wohltuend umhüllt wie eine Decke. Ich habe mit beiden Frauen sehr mitgelitten und am Ende ein paar Tränchen verdrückt. Auch die Nordseeinsel wird detailiert beschrieben und macht Lust auf einen Urlaub im Norden.

Die Haushälterin Hanni Jensen habe ich besonders ins Herz geschlossen. Schade, dass ich sie nicht persönlich auf Pellworm kennenlernen kann :)

Wenn dieses Haus der Rettungsanker war, dann war Hanni Jensen die Hand, die sich mir entgegenstreckte, als ich mich einsam und verlassen fühlte. Sie stellte keine Fragen, sie war einfach nur da.

Julia

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