Montag, Juli 22nd, 2013...15:39

Scientology – Jenna Miscavige Hill

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Scientology und meine dramatische Flucht – Jenna Miscavige Hill
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Ich bin eine kleine Ewigkeit um dieses Buch geschlichen und habe es mir schlussendlich gekauft. Dieser Tatsachenbericht umfasst 479 Seiten und ist vollgepackt mit Informationen rund um die Sekte Scientology. Die Ereignisse und Geschehnisse welche Jenna Hill in ihrem Buch beschreibt, beziehen sich auf die Scientology Kirche in Amerika und nicht auf Scientology in Deutschland.

Jenna wird in eine Familie hineingeboren, die voll und ganz hinter Scientology steht. Ihre Eltern sind hochrangige Persönlichkeiten in der Kirche und ihr Onkel David Miscavige wird schließlich der Nachfolger des Scientology Gründers L. Ron Hubbard.
Die Protagonistin schildert ihre Kindheit und Jugend, welche sie meist getrennt von ihren Eltern an unterschiedlichen Orten erlebte. Körperlich schwere Arbeit, unendlich viele scientologische Sitzungen, Kurse, Anhörungen und Putzdienste prägten das Leben von Jenna.

Ich war Teil etwas Größerem, das sich in die Vergangenheit und in die Zukunft erstreckte; etwas, dass unmöglich schien und doch irgendwie glaubhaft.

Scientology ist so komplex, dass ich es nicht in wenige Worte fassen kann und möchte. Das Buch lässt mich fassungslos zurück. Ich bin erschrocken über die Zustände in dieser “Religion” (so wird Scientology von deren Anhängern angesehen) und über die Machenschaften der hochrangigen Mitlieder. Gehirnwäsche, Geldgier  & Kontrolle sind meiner Meinung nach die drei Wörter, die Scientology am Besten beschreiben.

“Vor dem Anfang war die Ursache, und das einzige Ziel der Ursache war die Erschaffung der Wirkung” Mit so einer gewundenen Sprache war ich mittlerweile nur allzu vertraut.

Die Anhänger der Lehren von L. R. Hubbard stellen ihr Leben in den Dienst der Kirche. Dabei wird ihnen unter gewissen Umständen untersagt Kinder zu bekommen und Liebschaften sind auch nur unter gleichrangigen Personen gestattet. Familien werden auseinander gerissen und an unterschiedlichen Orten stationiert.

Scientology-Anhänger versuchen die Welt zu ändern, zu verbessern und ihren Glauben zu verbreiten – mit allen erdenklichen Mitteln. Die Kirche in Amerika hat eine extrem große Macht. Ich ziehe meinen Hut vor Jenna! Sie hat mit ihrem Mann einen extrem mutigen Schritt gewagt und sich aus den Zwängen der Sekte befreit. Die junge Frau engagiert sich weiterhin und bietet Beratung sowie Hilfe für Aussteiger an. Das Ehepaar wagte den Schritt in die “wirkliche Welt” und lebt nun mit zwei Kindern ohne die Ketten von Scientology.

Julia



2 Kommentare

  • Interessante Buchbesprechung. Grüß Dich, Julia. Mich erinnert das Thema an eine Dokumentation, in der unter anderem über eine junge Frau aus Deutschland berichtet wurde. Es erschüttert einen, wenn man sieht wie ein Mensch in den Fängen der Scientologen od. anderen Sekten gerät und sich langsam von allem (Familie, Freunde und der Gesellschaft) abkapselt. Mich ärgern vor allem auch die prominenten Fürsprecher und ehemals große Sympatieträger, wie John Travolta und Tom Cruise oder Priscilla Presley. Eigentlich ist Scientology keine Sekte, sondern ein (mittlerweile) internationales und politisches Wirtschaftsunternehmen. Schon komisch, dass die USA nichts dagegen macht, oder? Wenn man sich “Kirche” nennen darf, hat das schon etliche Vorteile, wenn man von den steuerlichen Begünstigungen mal absieht, ist man mit dem Status “Kirche” unangreifbar. Für mich wär das nichts, denn ich will FREI sein! :)

    Ach, wie auch immer. Ich drück dich ganz lieb und sende liebe Grüße.

    • Liebe Tanja,

      Danke für deinen Kommentar & schön von dir zu lesen! :)
      Weißt du noch wie die Doku hieß, bzw. auf welchem Sender sie lief? Ich finde die ganze Thematik unheimlich erschreckend aber auch irgendwie interessant.

      Viele liebe Grüße,
      Julia

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